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Odenwald Wandern

Wichtel im Odenwald

Im Odenwald gibt es mittlerweile zahlreiche Wichteltüren an Bäumen, die auf die Anwesenheit kleiner Wichtel hinweisen.

Um den Odenwald ranken sich seit jeher zahlreiche Mythen und Legenden. So sollen Riesen das Felsenmeer erschaffen, wilde Leute am Eichelberg gehaust oder ein Geisterheer die Burg Rodenstein verteidigt haben. All diese Sagen sind alt und so manch einer zweifelt an ihrem Wahrheitsgehalt. Doch auch heute noch gibt es im Odenwald mystische Waldbewohner: kleine Wichtel zieht es zunehmend in Baum-Behausungen in unserer Gegend.

Am Eichelberg

Am Eichelberg in Oberflockenbach wohnt bereits seit längerer Zeit ein fleißiger kleiner Wichtel, der gerne Holz hackt und picknickt. Vor kurzem hat er sich sogar ein grünes Mountainbike zugelegt, um wohl zukünftig durch den Wald fahren und somit auch weitere Strecken zurücklegen zu können.

Wichtelbehausung unterhalb des Eichelbergs

Seit diesem Jahr (2021) hat der kleine Eichelberg-Wichtel Verstärkung in der Nachbarschaft bekommen. Wenn ihr von der Ursenbacher Höhe aus kommend an der Zigeunereiche den Weg nach rechts einschlagt (am Fuße des Eichelbergs entlang), könnt ihr unterwegs weitere Wichtelbehausungen entdecken. Einer lebt mit Coca-Cola und Burger eher ungesund 😉 Auch Minions sind dort eingezogen. Ganz besonders schön sind auch die Tipis von kleinen Wichtelindianern, die sich ebenfalls am Fuße des Eichelbergs sehr wohl fühlen.

Im Zauberwald

Der Weinheimer Ortsteil Oberflockenbach im Vorderen Odenwald scheint bei den kleinen Waldbewohnern sehr beliebt zu sein. Seit Frühjahr 2021 gibt es hier einen ganzen Zauberwald. Er ist besonders für kleinere Kinder deutlich einfacher zu erreichen als die Wichtel am Eichelberg. Ihr könnt einfach am Wanderparkplatz Bildstock parken und dort in den Waldweg hineingehen. Da seht ihr bereits das Schild zum Zauberwald, in dem Wichtel, Elfen und Zwergen leben.

Begrüßungsschild im Zauberwald

Auf der Strecke bis zum Anton-Cestaro-Grillplatz findet ihr viele kleinere und größere bunte Türen und Fenster an den Bäumen. Die Strecke ist quasi als kleiner Rundweg angelegt. Ganz besonders schön sind die vielen kleinen Details, wie die Namen auf den Türen und die Laternen. Am Ende (oder am Anfang, je nachdem für welche Richtung ihr euch entscheidet) gibt es sogar einen Picknickplatz mit gedecktem Tisch und Stühlen, einem Lagerfeuer, einer Hängematte und einer Wimpelkette, wo die Wichtel vermutlich ab und an ausgelassene Feste feiern, wenn sie ungestört sind.

Im Gorxheimertal

In unserer hessischen Nachbargemeinde gibt es seit Frühjahr 2020 ein ganzes Wichteldorf mit zahlreichen Wichteltüren, das stetig weiter wächst. Da der Besucherandrang zu stark geworden ist, kann ich ich hier leider nicht mehr den exakten Standort verraten. Manche Besucher haben sich in der Vergangenheit nicht darauf beschränkt, die liebevollen Wichtelbehausungen nur anzuschauen, sondern es kam zunehmend zu Beschädigungen. Zudem sind die Wichtel sehr schüchtern und das Treiben, besonders an den Wochenenden, wurde ihnen zu bunt. Haltet daher einfach die Augen offen, wenn ihr im Gorxheimertal unterwegs seid. Vielleicht seht ihr ja den ein oder anderen Wichtel.

Nichtsdestotrotz, möchte ich euch die schönen Bilder der Steinschlange und der Wichteltüren nicht vorenthalten.
Zu der Steinschlange, die während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 entstanden ist, haben viele Kinder und auch Erwachsene aus der Region Steine beigesteuert mit Regenbögen, Tieren, Sprüchen, Mandalas und vielem mehr.

Hier seht ihr einige Wichteltüren und -fenster. Es gibt auch einen Wichtel-Spielplatz mit Wippe und Schaukel sowie einen kleinen Picknickplatz mit Sonnendach, Tisch und zwei Stühlen. Auch ein Balkon und eine Kirche für die Wichtel befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Weitere Wichteltüren, einen Hochsitz für Wichteljäger und sogar ein Baumhaus könnt ihr mit etwas Glück ebenfalls entdecken. In beiden Bäumen gibt es auch jeweils eine Lichterkette, die den Wichteln nachts als Straßenbeleuchtung dient.

Manchmal bekommen die Wichtel auch Besuch von Hühnern oder Enten, die dort frei herum laufen.

Die Wichtel werden seit etwa Anfang des Jahres auch von einer Baumfrau bewacht, die die farbigen Wichteltüren vor Eindringlingen schützt.
Im Frühjahr findet ihr Bärlauch in der Nähe der Wichteltüren und im Spätsommer und Herbst könnt ihr entlang des Weges die Samen des Springkrauts springen lassen. Das finden die Kinder sehr lustig.

Wichteltür im Gorxheimertal

Das Wichteldorf wächst stetig weiter und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mittlerweile sind auch dort schon Wichtelindianer gesichtet worden, die ihre Wichteltipis aufgestellt haben.

Wichteltipis im Gorxheimertal

Außerdem lieben es die Wichtel offensichtlich auch, ihre Behausungen saisonabhängig zu dekorieren. An Weihnachten sind die Gärten stimmungsvoll beleuchtet und an Ostern finden die Kinder sogar das ein oder andere Osterei im Wichteldorf.

Wichteltür im Gorxheimertal mit Weihnachtsbeleuchtung

Da das Wichteldorf offensichtlich zu klein geworden ist, wurde kurzerhand expandiert. Mittlerweile gibt es noch einen Wichtelweg, wo sogar ganze Wichtelhäuser zu finden sind. Ihr müsst einfach nur dem Waldweg nach der Baumfrau weiter folgen. Es gibt sogar eine Beschilderung 😉

Spätestens nach einem Besuch im Zauberwald oder auf dem Wichtelweg sind sicherlich alle davon überzeugt, dass im Odenwald auch heute noch zahlreiche kleine magische Waldbewohner leben.